Verlorene Spuren und Umwege

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Kennen Sie das: plötzlich endet ein schöner Pfad mitten im Wald und Sie müssen ein gutes Stück wieder zurückgehen und auf der staubigen Straße weitergehen, um an Ihr Ziel zu gelangen?

Am Wochenende waren wir auf Kurzurlaub in einem kleinen engen Tal in der Nähe von Schwäbisch Hall. Mitten im Wandern verlor sich unser Weg. Ich war höchst unwillig, wieder umzukehren, doch die Steile des Waldstücks war beträchtlich und ich sah ein, dass mit Kinderwagen, selbst dem  Wald-geeigneten, hier nichts zu gewinnen war. Wir kehrten um und schnauften den begonnenen Weg wieder nach oben – zum Glück aber erst nachdem ich einige Bilder von dem dem verwunschenen Waldstück aufgenommen hatte.

Der Ärger, hier nicht weiter zu kommen, nicht einmal querfeldein, wie ich es sonst gern und auch recht tapfer tue, blieb mir eine gute halbe Stunde im Sinn. Danach vergaß ich die Episode wieder. Jetzt, zurückgekehrt und im Arbeitsalltag wieder angekommen, steigt mir beim Blick auf die Bilder nur eine positive Erinnerung in den Sinn! Es war ein außergewöhnlich schöner Ort – wie angenehm hatte ich die Unterbrechung der eher kahlen, monotonen Asphalt-Route empfunden. Die Schönheit dieses Waldstücks überwiegt also plötzlich mein Nacherleben. Woher kommt es, dass ich immer direkt an ein Ziel kommen möchte und Umwege nicht akzeptiere?

Das war wohl ein Fall von der „Der Umweg ist das Ziel“, was mich diese Episode gelehrt hat.

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