„Biographische Dinge“: Was haben Sie aufbewahrt?

Aus dem Archiv…nein, der privaten Kramkiste:

IMG_8386

16 Jahre ist das her, da hatte ich gerade meine Buchhändlerinnen-Ausbildung in Weil am Rhein beendet.

Das war keine schlechte Zeit. Trotzdem behaupte ich gern, die Erfahrung hätte mich zielstrebig gemacht. Denn das Arbeiten nach genauen Vorgaben lag mir gar nicht….Jeden Morgen und Mittag zur selben Zeit klippte ich mir dieses Magnet-Namensschild an die Kleidung und dann hießt es „Dienst nach Vorschrift“.

‚Meine‘ Buchhandlung gibt es heute so nicht mehr… damit habe ich aber nix zu tun! 😇Das Geräusch und Form des kleinen Klips jedenfalls erinnern mich bis heute lebhaft an diese Ausbildungsphase, die unmittelbar auf meine Schulzeit folgte.

Haben Sie auch in irgendeiner Schubladen noch Dinge, die Sie aufbewahren, obwohl Sie sie eigentlich nicht mehr brauchen, ja sie vielleicht noch nicht einmal je wirklich gern hatten? Einfach weil sie für einen bestimmten Lebensabschnitt stehen?

Meist lohnt es sich, nach solchen Dingen Ausschau zu halten, sie als Erinnerungs-Auslöser zu nutzen und ins Schreiben einzubeziehen. Woher kam dieser Gegenstand, wem gehörter er bevor er Ihrer wurde?

Dinge haben eine Art „Lebensgeschichte“ die sich mit unserer eigenen Geschichte verknüpfen. Andere Menschen werden sich anhand bestimmter Dinge an uns erinnern, Dinge können uns also überleben. Diese verleiht eine Art „überlegener Würde“.  Was geschähe, so fragte sich beispielsweise der Dingdichter Rainer Maria Rilke, wenn diese Dinge plötzlich selbst sprächen und erzählten?

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.