„Was definiert einen hervorragenden Erzähltext?“ Der Praxisworkshop Biographie des Biographiezentrums fand an diesem Wochenende zum dritten Mal in Stuttgart statt

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Bereits zum dritten Mal tagte der Kreis des Praxisworkshops Biographie des Biographiezentrums unter dem Vorsitz von Dr. Andreas Mäckler am Wochenende (4./5. November) in Stuttgart. Gastgeberin war die Biographin und Rednerin Dr. Claudia Löschner.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren die kontroverse Frage: „Was defniert einen hervorragenden Erzähltext?“

Geschmacksfragen mögen im Detail einen relativierenden Standpunkt nahelegen, konzedierte der Leiter des Biographiezentrums. In der Summe brach Dr. Andreas Mäckler jedoch eine Lanze  für einen vordefinierten Katalog an Textüberarbeitungs-Richtlinien, die sich in seiner eigenen Praxis bewährt haben. Am Ende garantierten sie stets „handwerklich gute Texte“ und ebneten in vielen Fällen den Weg sogar zu „Text-Brillanz“.

Dem O-Ton der biographierten Persönlichkeit gilt es treu zu bleiben, lautete der Kontrapunkt, den die Biographin Annette Rodenberg (Naila) setzte. Es gehe im Kern darum, die originale Stimme niemals einer Darstellungsstrategie unterzuordnen. Das Kunstwerk, das eine Biographie sicherlich sein könne, habe stets dem Menschen, von dem es lebe, zu dienen, vertrat Rodenberg.

Den Mut, einen adäquaten Erzählton aus der originalen Erzählstimme herauszuentwickeln, hob die Biographin und Sportwissenschaftlerin Nadja Kaspar (Witten) ausgleichend hervor. Dieser eigene Erzählton entspräche am Ende erfahrungsgemäß dem Interesse des Kunden an einem gehobenen, schönen Buch als ehrliche und zugleich positive Essenz seines Lebens.

Dr. Claudia Löschner, die ihre Tätigkeit als Rednerin wie als Biographin nach der „biographischen Methode“ auffasst, unterstrich, es sei notwendig und angemesssen, die entscheidenden Lebenslinien aufzuspüren. Diese Schwerpunktthemen stelle sie ins Zentrum, was auf der Ebene des Schreibens und Überarbeitens bedeute, die Texte motivisch nach ihnen durchzugestalten. Dies beinhalte gewiss eine Zuspitzung, die dennoch nicht vom Biographierten als authentischem Menschen wegführe. Eine Absicherung sei durch den engen und einfühlsamen Kontakt mit dem Kunden gewährleistet. Im fertigen Erzähltext möchte der Biographierte sich gewiss wiedererkennen, er solle sich darin präzise und mit Sympathie erfasst fühlen. Die ästhetische Leistung des sorgfältig gestalteten Texts werde dabei immer auch wahrgenommen und steigerten – auch auf einer unmittelbaren Gefühlsebene – die Freude am fertigen Werk.

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