C. Bernd Sucher: Mamsi und ich

Biographie-Neuerscheinung und ein hörenswertes Radio-Interview

Zunächst klingt es nicht wie „eine Liebeserklärung“, was C. Bernd Sucher über seine Mutter zu erzählen hat. Zu kalt, zu scharf, zu unerbittlich wirkt sie, Szene um Szene. Eine Mutter, die zulässt und mitzählt, wenn ihr Sohn vom Vater geschlagen wird. Doch je weiter die LeserInnen in „Mamsis“ Lebensgeschichte eingeweiht werdem, um so verständlicher wird, dass ihr Vermögen, nach den Erlebnissen im KZ und der Flucht weiterzuleben, alles andere als selbstverständlich ist. Und dass die Fähigkeit, sich nach all dem erlebten Elend ein bisschen Lebensfreude zu bewahren, bewundernswert ist.

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Die Bildrechte liegen beim Piper Verlag.

Dieses Buch könnte man als Doppel-Biographie bezeichnen, die die Geschichte der Mutter, wie den Werdegang des heute 70jährigen, prominenten Sohnes auf einen Punkt bringt.

Für Menschen, die an ihrer Biographie schreiben, ist dieses Buch dann besonders interessant, wenn sie starke Ambivalenzen – zwischen Liebe und Hass, zwischen Dankbarkeit und Anklage – empfinden. Auch wer Kritisches zu sagen hat, schreibt nicht selten und ohne es unbedingt vorher zu wissen, eine Hommage. Und zwar eine besonders ehrliche.

zur Neuerscheinung Mamsi und ich im Piper Verlag

Zum Interview im RBB: Das Gespräch C. Bernd Sucher – Geschichte einer Befreiung

 

 

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